Zöliakie (Erkrankung der Dünndarmschleimhaut)

Das ist eine genetisch bedingte fehlerhafte Antwort auf das Getreideeiweiß - Gluten, in deren Ergebnis zur Beschädigung der Darmzotten kommt.  Sie führt zur Störung der Aufnahme von Ernährungsstoffen.  Nach dem Verzicht auf Gluten in der Diät erfolgen eine Regeneration der Darmschleimhaut und das Nachlassen der Symptomatik. Die Enteropathie tritt in Ländern auf, wo glutenhaltiges Getreide, also Weizen, Roggen und  Gerste, das Hauptlebensmittel darstellen.

Diese Krankheit kann unterschiedliche Formen annehmen.

1.         Klassische Form ist am bekanntesten, wenn volle klinische Symptome und rudimentäre Änderungen in der Schleimhaut auftreten.  Zu typischen Symptomen gehören Durchfall, Bauchschmerzen, kein Zuwachs des Körpergewichtes bei Kindern, Appetitlosigkeit, niedrige Größe.

2.         Stumme Form, wenn die Krankheitssymptome sehr diskret sind, oft außerhalb des Verdauungstraktes auftreten, z. B. Anämie, Zahnschmelzstörungen, emotionelle Störungen.

3.         Latente Form - tritt bei Kranken mit einer genetischen Veranlagung zum Auftreten der Krankheit, bei denen während der Untersuchung keine Änderungen festgestellt werden, jedoch in der Vergangenheit oder in der Zukunft klinische Symptome sowie Änderungen in der Dünndarmschleimhaut aufgetreten sind bzw. auftreten werden.  Bei diesen Personen liegen serologische Zöliakiemarker vor.

4.         Potentielle Form - genetische Veranlagung zum Auftreten der Krankheit.

Die klassische Form der Krankheit wird in Polen mit einer Häufigkeit von 1:1500 (in Europa 1:1000) und die stumme Form 1:130-500 beobachtet. Klinische Symptome der Zöliakie können in jedem Alter, nach unterschiedlich langer Expositionszeit auf Gluten auftreten. Die Verzögerung der Symptome erfolgt, wenn das Kind lange gestillt wird, dagegen können die Symptome durch eine frühe Gluteneinführung in die Diät beschleunigt werden.  Derzeit wird Zöliakie am häufigsten im Kindergarten- und Schulalter erkannt, seltener als früher vor dem zweiten Lebensjahr. Der Faktor, der das Auftreten der Symptome hervorruft, kann in einer Infektion oder einer anderen Krankheit - z. B. Zuckerkrankheit bestehen.

Die Diagnose der Enteropathie kann aufgrund der klinischen Symptome, Blutuntersuchung - serologischen Zöliakiemarker sowie Biopsie der Dünndarmschleimhaut erfolgen.

Zu den serologischen Markern der Darmkrankheit, die bei der Diagnostik genutzt werden, gehören:

1.         Antikörper gegen Endomysium (EmA), die routinemäßig in der IgA Klasse, bei Kranken mit IgA-Mangel in der IgG-Klasse bestimmt werden.

2.         Antikörper gegen Gewebetransglutaminase (tTG)

3.         Dünndarmbiopsie und histopathologische Materialuntersuchung MUSS ist für die Diagnose unentbehrlich.

Ohne diese Untersuchung kann die Diät nicht eingeführt werden.

Das Material wird aus dem Zwölffingerdarm, derzeit meistens bei der Endoskopie entnommen. Die glutenfreie Diät soll das ganze Leben lang praktiziert werden (nach dem aktuellen Wissensstand). Dafür müssen aus der Diät weizen-, roggen- und gerstehaltigen Produkte ausgeschlossen werden. Als glutenfrei gelten natürlich glutenfreie Produkte - d. h. Mais, Reis, Soja, Buchweizen, Hirse, Kartoffelmehl, Tapioka, Amarant (Amaranthus) oder solche, bei denen das Glutengehalt 20 mg/kg nicht überschreitet - glutenfreie Weizenstärke.

Glutenfreie Produkte werden mit dem Zeichen mit einer gestrichenen Ähre gekennzeichnet.

Die Einhaltung der glutenfreien Diät wird durch serologische Marker  - EmA i tTG kontrolliert.

Komplikationen n Verbindung mit der Nichtbeachtung der Diät:

1.         Fruchtbarkeitsstörungen

2.         Osteoporose und Osteomalazie

3.         Krebs des Verdauungstrakts - Dünndarm und Speiseröhre

Dr. med. Zofia Grzenda-Adamek

Dr. med. Katarzyna Przybyszewska

Klinik für Pädiatrie, Gastroenterologie und Ernährung

Polnisch-Amerikanisches Institut für Pädiatrie CM UJ